In stetem Wechsel zu seinem persönlichen Werdegang innerhalb seines unmittelbaren Umfeldes fügt er historische Elemente in die Geschichte ein - und schafft damit etwas, das kaum eine zeitgeschichtliche Dokumentation derart eindrucksvoll zu vermitteln vermag: Er bringt Historie wirklich nah und holt jegliche Fakten - sei es die Zahl der im KZ umgekommenen Häftlinge, der Abwurf der Atombombe oder die späten Machenschaften der Staatssicherheit - aus der Abstraktion und deren Wahrhaftigkeit, Oft deren Wahnsinn oder auch Groteske spürbar. Und natürlich gibt der studierte Musiker, Schauspieler und spätere Vollblutjournalist wichtigen kulturellen Entwicklungen ihren Platz, dokumentiert er die Begeisterung für Elvis Presley oder dokumentiert er die „spießbürgerlich" prüde Reaktion auf Hildegard Knefs nackte Brust in dem Film „Die Sünderin". Doch bei aller inhaltsschwerer Thematik beschert das Buch ein leichtes Lesevergnügen, regt feinsinniger Humor zum Schmunzeln an und lassen Naturbeschreibungen wunderschöne Bilder vor Augen entstehen. Und für diejenigen, denen der südöstliche Teil Brandenburgs ebenso vertraut ist wie dem Autor, dürfte der Lesespaß doppelt so groß sein. Kann man doch mit Carlo Wolff durch Neuzelle, Fürstenberg, etliche andere Orte der Region und das wunderbare Schlaubetal wandern. So beginnt auch die Lesung mit Eindrücken aus der Heimat, fällt dann der Blick auf die 30er, die Kriegs- und Nachkriegsjahre und wird der biografische und historische Bogen schließlich im Epilog in die Gegenwart gespannt - ein literarisches Vergnügen nicht nur für Geschichtsfans. Rezension aus Fürstenberg(Oder).

CARL-LUDWIG "CARLO" WOLFF 10/14

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