HISTORIE 6/24

Das Schlagerderby vom DLF avanciert sehr schnell zu den am meisten gehörten Rundfunksendungen - nicht nur in Deutschland, auf Grund der flächendeckenden Verbreitung kam die Post auch aus Rumänien und Finnland, aus Skandinavien - Schweden, Norwegen, Dänemark -, aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Südtirol.

30. August 1965: Rolling Stones starten mit „(I can’t get no) Satisfaction“ im „Schlagerderby“, am 15. September geben sie ein Konzert in der Berliner „Waldbühne“, wo sich rund 21.000 meist jugendliche Fans eingefunden hatten, der Rest steht draussen vor den Toren, hatte keine Karten mehr bekommen. Kurz nach dem ersten Auftritt der „Stones“ kommt es zu schweren Krawallen, die Musiker müssen nach wenigen Songs die Bühne verlassen, über zweitausend Randalierer zertrümmern die Bestuhlung des Freilichttheaters hinter dem Olympiastadion, sie stürmen die Bühne - Schaden über 300.000 Mark, die Krawalle setzen sich bis zum S-Bahnhof Halensee fort.

Ignorante Eitelkeit von Entscheidungsträgern beim DLF zwingen Carlo Wolff trotz des riesigen Erfolgs zur Kündigung als Festangestellter beim DLF, da er Aushängeschild für das III. Fernsehprogramm des WDR unter Werner Höfer werden soll. Dank Carlo Wolffs Selbstbewußtsein und dem Druck von Hanns Müller kann Carlo dann doch als freier Mitarbeiter seine beiden Erfolgssendungen „Schlagerderby“ und „Aktueller Plattenteller“ weitermoderieren. Die Gestaltung der Sendungen als Autor, Reporter und Moderator lägen im eigenen künstlerischen Ermessen, wodurch das Niveau der Sendungen bestimmt werde. Daher würde er nach einer Honorarkategorie honoriert, die für anspruchsvolle Wort/Musiksendungen“ sowohl der Abteilung „Unterhaltung“ wie auch der Abteilung „Ernste Musik“ vorgesehen sei. WDR-Mann Harald dazu: „Gratuliere, jetzt haben Sie ,freie Fahrt’, das ist Ihre Chance, machen Sie was draus!“

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